Donnerstag, 21. November 2013

Alles wird gut!

Hallo, liebe Blog-Freunde,

schon wieder ist eine Woche ins Land gegangen. Es war, trotz aller guten Neuigkeiten, aber auch die erste Woche, die sich so total normal angefühlt hat. Nach Alltag. Es wird immer besser. Ich fühle mich momentan richtig gut, kann es aber auch kaum noch abwarten bis ich am 22.12. endlich nach Hause fliegen darf. Wie man sieht, ist es morgen nur noch einen Monat hin. Yippie! Alles wird gut!

Nun zu den Ereignissen der Woche: Fange ich als erstes mit der Lösung des Müllproblems an. Ja, tatsächlich konnte man sich am Wochenende sich irgendwie einigen, sodass in den letzten Tagen die Müllberge beseitigt werden konnten. Wie es der Zufall so wollte, kam ich sogar an unserem Müllsammelpunkt vorbei, während um die FÜNF Männer versuchten den ganzen Rotz zu beseitigen. Die armen Menschen! Die hatten in dieser Woche echt den härtesten Job von allen! Jetzt ist es jedenfalls erstmal überstanden. Wer weiß, was als nächstes kommt. Aber da will ich mal nicht so negativ sein. Alles wird gut!

Am Samstag hat mich der Konsum äußert glücklich gemacht. Ich war das erste Mal im LIDL! Bis zum dem Zeitpunkt war ich bekannterweise gar nicht so der Lidleinkäufer, weil der Lidl nie so nah war, wie andere Supermärkte. Bis auf die großartigen Lidleinkäufe mit endlosen Schlangen junger, schöner Menschen während des Dockville-Festivals in Hamburg und den richtig guten Oliven dort, blieben die Lidl-Shopping-Experiences bisher aus. Dies sollte sich, wie gesagt, letzten Samstag ändern. Und es war göttlich! Ich war wie im Rausch :-D Erst wollte ich nur mal Schauen und war eigentlich hergekommen, um nach Sauerkirschen im Glas zu suchen. Als jedoch merkte, was es für tolle (deutsche) Sachen dort gab, musste ich mir doch einen Einkaufswagen holen und diesen ordentlich bestücken. Auch wenn ich normalerweise gar nicht so viel vermisse, war es doch ein schönes, heimeliges Gefühl all die deutschen Leckereien zu sehen. Dieses Gefühl war so stark, dass ich dann auch besonders viele dieser Sachen unbedingt haben wollte. Am besten fand ich die ganzen Weihnachtssachen wie Dominosteine, Spekulatius und sogar Glühwein. Doch auf die habe ich erstmal verzichtet, mit der Absicht Anfang Dezember noch mal hinzufahren, um mich dann damit einzudecken. Das Resultat meiner Shoppingtour seht ihr unten. Habe den Laden übrigens ohne Sauerkirschen verlassen. Gab keine. Aber: Alles wird gut! Und eines Tages werden auch die Sauerkirschen wieder einen Platz im meinem Leben haben.



Gestern war ich im Theater. Das Stück hieß EUROZONE (bitte WEDER Englisch NOCH Deutsch aussprechen! Danke!) Und wie der Titel schon vermuten lässt, ging es um die Eurokrise. Das Stück war so Tarantino-artig umgesetzt. Dementsprechend auch äußerst blutig und knallhart. Nur so viel: Angela Merkel wurde erschossen! Und Spanien wurde von einer blutüberströmten Schauspielerin dargestellt, der niemand helfen wollte. Frankreich, das Vereinigte Königreich und der Internationale Währungsfonds wurden ebenfalls von Schauspielern verkörpert. 
Ein sehr kritisches Stück, was Theater ja auch sein soll, und einfach richtig gut umgesetzt. Letztendlich haben alle ihr Fett weg bekommen. Und auch in Spanien wird eines Tages wieder alles gut.


Habe das erste Mal hier gebacken. Ananas-Schoko-Muffins (siehe unten). Nahezu perfekt, nicht wahr? Nein, leider nicht! Von unten leicht schwarz geworden :-P Schmecken aber trotzdem. Komme mit dem Gasofen noch nicht so klar. Also werde ich einfach weiter üben. (Alles wird gut). Darüber freuen sich sicherlich auch meine dauer hungrigen Mitbewohnerinnen. 



In diesem Sinne guten Hunger, bis zum nächsten Mal und immer schön dran denken: Alles wird gut!


PS: Das wichtigste hätte ich beinahe vergessen. Habe einen Praktikumsplatz gefunden. Ist in so einer Sprachreisenfirma. Will hier an dieser Stelle gar nicht so viel darüber schreiben. Bin jedenfalls erstmal sehr erleichtert, habe aber auch noch eine andere Sache am Start, die ich noch abwarten will.

Donnerstag, 14. November 2013

Müll en masse

Hallo,

da bin ich wieder live und en directo von der größten und momentan berühmt berüchtigten Müllhalde Madrid. In den letzten Tagen und vor allem heute wurde ich von Freunden nach dem Müllstreik in Madrid gefragt. Es ist in der Tat erschreckend. Letzte Woche ging es ja schon los. Als ich dann aus Lissabon zurückkam und am Montag zur Metrostation Goya ging, traf mich fast der Schlag. Müll all over the place! Man muss dazu wissen, dass die Straße dort recht groß ist und es viele gut besuchte Geschäfte gibt. Außerdem wohnen in meiner Gegend ja auch nicht gerade Geringverdiener. Aber dort, wo Bäume stehen und keine Pflastersteine um sie herumliegen, ist alles voll mit Müll. An den Stellen, wo normalerweise Mülleimer stehen, quellen diese über, liegen auf dem Boden oder sind schon gar nicht mehr vorhanden.
Dazu empfehle ich einen FAZ-Artikel, den ich gerade gefunden habe. Der ist zwar schon von Montag, beleuchtet aber ziemlich gut die aktuelle Situation Madrids, die nicht allein durch das Müllproblem bestimmt wird.
Ich war heute Nachmittag auf der Gran Vía und an der Puerta del Sol, Orte die bei Touristen sehr beliebt sind, aber Tourist möchte ich hier momentan wirklich nicht sein. Das ist einfach verschenkte Zeit. Ich habe nicht wirklich Lust mir am Wochenende irgendwas anzuschauen, weil alles so schlimm aussieht.
Jetzt lasse ich erstmal ein paar Bilder sprechen:


Der Müllsammelpunkt in meiner Straße. Ein Papier- und ein Glascontainer. Man kann dort Sachen abstellen, die nicht in den normalen Hausmüll kommen, besser gesagt Sperrmüll. Diese Sachen sind dann unter gewohnten Umständen am nächsten Tag weg. Zur Zeit natürlich nicht und so sammelt sich der Müll seit fast zwei Wochen. Das linke Bild ist von Montag, das rechts von heute. Jetzt führe man sich bitte vor Augen, dass es in jeder zweiten Straße so einen Müllsammelpunkt gibt. Die Ausmaße sind gigantisch!
Ich warte immer noch auf dem Tag, an dem ich meine erste Ratte treffe, aber das ist zum Glück noch nicht geschehen. Erschreckend ist auch die Anzahl an Leuten, die im Müll herumwühlen. Das tun sie natürlich leider auch, wenn es kein Müllproblem gibt. An die Situation der Obdachlosen, die auf diesen Straßen schlafen müssen, möchte am liebsten gar nicht denken.

Gran Vía

"Baumbeete" als neue Mülleimer


Als krasses Gegenstück muss ich euch noch ein Foto zeigen, was ich heute im Carrefour gemacht habe. Jemand Schokolade gefällig? Einmaliger Preis!



Da ich euch nach dem Lesen des heutigen Posts nicht fassungslos und traumatisiert zurücklassen möchte, schiebe ich noch die versprochenen Fotos vom Wochenende hinterher.

Cindy und ich feiern den Mauerfall am 9. November und der Wessi hat wieder nur Augen für sein Schmartphone!

Jetzt ja! Happy Mauerfall!

Wir und unser neues Eigentum der Palacio da Pena


Dienstag, 12. November 2013

Einmal Lissabon und zurück

Liebe Lesende,

ein erheiterndes Wochenende liegt hinter mir. Dies habe ich zu verdanken dem Land Portugal, der Stadt Lissabon samt umliegenden Orten, dem vorzüglichen und täglich zu lobenden Home Hostel, dem Wetter und vor allem natürlich Cindy, die mit ihrem wunderbaren Portugiesisch alle um den Finger gewickelt hat.
Haha jetzt aber mal Schluss mit den schrecklich offensichtlichen Übertreibungen. Aber Cindy war wirklich eine super Stadterkundungspartnerin, die im Voraus viel geplant und vor Ort die Kommunikation mit den Einheimischen übernommen hat. Leider hat die Entschuldigung: "Ich spreche kein Portugiesisch" nicht immer funktioniert, denn ein bisschen tue ich es ja doch und vor allem sprechen die Portugiesen sehr gut Englisch, zumindest die, die ich getroffen habe. Übrigens musste ich mich nach dem Wochenende erst mal wieder ins Spanische einfinden.

Aber jetzt fange ich erstmal von vorne an. Am Donnerstag bin ich mit TAP Portugal nach Lissabon geflogen. Erfreulicherweise hatte ich eine Sitzreihe für mich alleine, konnte dies allerdings nicht besonders genießen aufgrund der äußerst kurzen Flugdauer von knapp einer Stunde. Dort sicher gelandet und bestens genährt durch hochwertiges Obst, suchte ich mir den Weg zur Metro und fuhr Richtung Innenstadt.



  An dem Wochenende habe ich übrigens eine Mango, eine Birne, sowie sieben Erdbeeren gegessen :)

Die Metrostationen in Lissabon gefallen mir außerordentlich gut. Sie sind kreativer gestaltet als die in Madrid. Angekommen in der Station, wo Cindy und ich uns treffen wollten, fand ich ebendiese erst einmal nicht. Außerdem bemerkte ich, dass ich auch überhaupt kein Handynetz hatte. Das war etwas beunruhigend, da ich mich ja mit Cindy verständigen musste. Alles kein Problem. Ich wartete ein paar Minuten und da tauchte sie zum Glück auch schon auf. Nach einer herzlichen Begrüßung machen wir uns auf den Weg zu unserem Hostel, das wir auch direkt fanden. Das Hostel war ein einiziger Traum! Also Leute, wenn ihr mal nach Lissabon kommen solltet, geht in das Home Hostel und erfreut euch des Backpackerlebens. Super freundliches und hilfsbereites Personal, super durchdachte Räume und Betten (Ja! Auch Hochbetten könnten durchdacht sein) und Sauberkeit, wie ich sie noch nie in einem Hostel erleben durfte! Gekrönt wurde das ganze vom täglich frisch zubereiteten Abendessen (3 Gänge) von Mamma, die wunderbar portugiesisch kocht (auch für Vegetarier ein Traum).      


     

Zum hilfsbereiten Personal muss ich noch eine kleine Anmerkung hinzufügen: Gleich am ersten Morgen wurde Cindy, die in der unteren Etage des Hochbetts schlief mit den Worten "Marilyn, Marilyn! Es ist 05:30 Uhr" mehr oder weniger sanft geweckt. Diese Aufforderung kam von João, einem Hostelangestellten, den wir bei unserer Ankunft schon kennengelernt hatten. Auch ich wurde wach, dachte allerdings Cindy spreche mit den Mädels im Zimmer und hörte nur ein genervtes "NÃO" (Nein). Erst später erfuhr ich die ganze Marilyn-João Geschichte, die uns die ganzen drei Tage immer wieder zu Lachattacken verhalf, weil wir sie natürlich auch noch ungemein ausschmückten...Das ganze war übrigens ein Missverständnis, denn Marilyn, die noch nicht einmal so hieß, schlief in einem anderen Zimmer.

Das was wir von Lissabon gesehen haben, war übrigens überwiegend historisch und alt. Vieles wirkt heruntergekommen und viele super tolle Altbauten und Läden stehen leer. In jeder anderen Stadt würde man das wahrscheinlich eher abstoßend finden, aber in Lissabon fand ich das irgendwie total passend. Es hatte eine enorme Ausstrahlung und mir kam es immer so vor, als wenn die Zeit stehen geblieben wäre. Eine unheimliche interessante Atmosphäre herrschte dadurch.

Praça do Comércio



Am ersten Tag fuhren wir nach Estoril, von wo aus wir am Meer entlang nach Cascais liefen, was mir sehr gut gefallen hat. Kleiner, schöner Ort am Atlantik, der zu dieser Jahreszeit nicht mehr ganz so überlaufen war.


Cascais

Nachmittags waren wir in Belém, wo es viele von Lissabons Sehenswürdigkeiten gibt. Aber das wichtigste dort sind wahrscheinlich die Pasteis de Belém, die in der Antiga Confeitaria de Belém gebacken werden und zu tausenden über die Ladentheke gehen. 

Torre de Belém
Padrão dos Descobrimentos

Aussicht vom Padrão auf das Mosteiro dos Jerónimos

                                                                        

Hmmmm. Das war lecker :)
Wie ihr merkt, war der kulinarische Aspekt der Reise ein sehr wichtiger und so haben wir alles mitgenommen, was passte. Mehr Essensbilder werde ich hier jetzt aber nicht posten :)

Am nächsten Tag sind wir nach Sintra gefahren, wo es gleich drei Schlösser und Burgen zu besichtigen gibt. Wir haben uns aber, wie soll es auch anders sein, für das Märchenschloss Palacio da Pena entschieden.

  





Königin Cindy blickt auf ihr Reich


Da uns in der letzten Nacht eine ältere Dame von ihren enormen Künsten auf der "Schnarche" überzeugen wollte, waren wir am nächsten Tag nicht so fit und sind mehr oder weniger planlos durch die Stadt gelaufen. Wir sind noch mal mit einem Elevador (Aufzug) zu einer Burg hochgefahren, noch mal nach Belém zum Mosteiro gegangen und sind tatsächlich durch Zufall doch noch mit einer der kleinen, historischen Straßenbahnen gefahren, die allerdings nicht sehr vertrauenswürdig wirken.


Mosteiro dos Jerónimos

Ein eléctrico voll mit Touristen...
Das muss als Einblick reichen. Ich hoffe, ich konnte euch davon überzeugen, dass ihr jetzt auch alle nach Portugal müsst. 

Da die Gemeinschaftsbilder alle auf Cindys Kamera sind, werden die nachgereicht.

Zum Schluss möchte ich euch noch schnell auf das Schlusslicht der Tagesschau aufmerksam machen, dessen Thema ich ganz nett fand. Es geht um den schönen Laut Hä?, den ich als Überschrift für meine aktuelle Situation sehr passend finde :)

Eine schöne Woche euch Aus- und Inländern


PS. Ich muss die Tage unbedingt noch von Madrids Müllproblem berichten. Es stinkt zum Himmel!





Montag, 4. November 2013

Eine Bloggerin mehr auf Erden...

Hallo meine Lieben,

ja, auch ich bin unter die Blogger gegangen, denn sonst schaffe ich es einfach nicht, alle immer gleichmäßig auf dem Laufenden zu halten. Da ist es doch schöner, wenn alle dieselben Informationen erhalten.

Wie die meisten ja schon wissen, habe ich mich mittlerweile ganz gut eingelebt und bin ordentlich abgehärtet, was Überraschungen aller, aber vor allem spanischer Art angeht. So leicht kann mich nichts mehr aus der Bahn bringen.

Heute habe ich erfahren, dass ich bereits zwei Tests in Introducción a la economía bestanden habe. Ja! Sogar den ersten, von dem ich felsenfest überzeugt war, ich hätte ihn verhauen, weil ich nicht verstanden hatte, dass wir ihn in der nächsten Stunde schon schreiben würden. So habe ich ihn ohne zu lernen und völlig unwissend, aufgrund diverser Start- und Verständnisschwierigkeiten, doch bestanden. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass der Lehrer Mitleid mit mir hatte - ich hatte meine Erasmus-Nr. auf den Test geschrieben ;-) - und mir einfach ein A für aprobado aufgeschrieben hat, denn weniger hätte ich kaum auf den Zettel schreiben können. Vom zweiten Test kann ich jedoch mit Stolz behaupten ihn durch Fleiß bestanden zu haben, weil ich brav gelernt habe.

Am Wochenende war ich mit Brigitte, meiner deutschen Mitbewohnerin, in Madrids Bergen zum "Wandern". Wir sind nicht so viel gewandert, weil uns die Zeiten der Busse und Bahnen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, aber trotzdem konnte wir irgendwann doch noch die schöne Aussicht genießen.

Das soll es für heute gewesen sein. Ich lasse noch ein paar Bilder sprechen. Caja muss für die Präsentation der Sehenswürdigkeiten herhalten. Sie hat mich vom 21.-27. Oktober besucht und wir hatten ordentlich Spaß zusammen.

Nächste Woche gibt es sicherlich mehr zu berichten, denn ich werde am Donnerstag nach Lissabon fliegen, wo ich Cindy treffen werden, um mit ihr die Stadt zu erkunden. Die Vorfreude ist groooß!

Ich wünsche euch eine gute Woche!

Caja und ich in der Seilbahn








Meine Hood...
Der Palast von unten im Dunkeln

Endlich habe ich auch meinen Studentenausweis



Puerto de Navacerrada

In der Ferne konnte man sogar Madrid erahnen...