Dienstag, 12. November 2013

Einmal Lissabon und zurück

Liebe Lesende,

ein erheiterndes Wochenende liegt hinter mir. Dies habe ich zu verdanken dem Land Portugal, der Stadt Lissabon samt umliegenden Orten, dem vorzüglichen und täglich zu lobenden Home Hostel, dem Wetter und vor allem natürlich Cindy, die mit ihrem wunderbaren Portugiesisch alle um den Finger gewickelt hat.
Haha jetzt aber mal Schluss mit den schrecklich offensichtlichen Übertreibungen. Aber Cindy war wirklich eine super Stadterkundungspartnerin, die im Voraus viel geplant und vor Ort die Kommunikation mit den Einheimischen übernommen hat. Leider hat die Entschuldigung: "Ich spreche kein Portugiesisch" nicht immer funktioniert, denn ein bisschen tue ich es ja doch und vor allem sprechen die Portugiesen sehr gut Englisch, zumindest die, die ich getroffen habe. Übrigens musste ich mich nach dem Wochenende erst mal wieder ins Spanische einfinden.

Aber jetzt fange ich erstmal von vorne an. Am Donnerstag bin ich mit TAP Portugal nach Lissabon geflogen. Erfreulicherweise hatte ich eine Sitzreihe für mich alleine, konnte dies allerdings nicht besonders genießen aufgrund der äußerst kurzen Flugdauer von knapp einer Stunde. Dort sicher gelandet und bestens genährt durch hochwertiges Obst, suchte ich mir den Weg zur Metro und fuhr Richtung Innenstadt.



  An dem Wochenende habe ich übrigens eine Mango, eine Birne, sowie sieben Erdbeeren gegessen :)

Die Metrostationen in Lissabon gefallen mir außerordentlich gut. Sie sind kreativer gestaltet als die in Madrid. Angekommen in der Station, wo Cindy und ich uns treffen wollten, fand ich ebendiese erst einmal nicht. Außerdem bemerkte ich, dass ich auch überhaupt kein Handynetz hatte. Das war etwas beunruhigend, da ich mich ja mit Cindy verständigen musste. Alles kein Problem. Ich wartete ein paar Minuten und da tauchte sie zum Glück auch schon auf. Nach einer herzlichen Begrüßung machen wir uns auf den Weg zu unserem Hostel, das wir auch direkt fanden. Das Hostel war ein einiziger Traum! Also Leute, wenn ihr mal nach Lissabon kommen solltet, geht in das Home Hostel und erfreut euch des Backpackerlebens. Super freundliches und hilfsbereites Personal, super durchdachte Räume und Betten (Ja! Auch Hochbetten könnten durchdacht sein) und Sauberkeit, wie ich sie noch nie in einem Hostel erleben durfte! Gekrönt wurde das ganze vom täglich frisch zubereiteten Abendessen (3 Gänge) von Mamma, die wunderbar portugiesisch kocht (auch für Vegetarier ein Traum).      


     

Zum hilfsbereiten Personal muss ich noch eine kleine Anmerkung hinzufügen: Gleich am ersten Morgen wurde Cindy, die in der unteren Etage des Hochbetts schlief mit den Worten "Marilyn, Marilyn! Es ist 05:30 Uhr" mehr oder weniger sanft geweckt. Diese Aufforderung kam von João, einem Hostelangestellten, den wir bei unserer Ankunft schon kennengelernt hatten. Auch ich wurde wach, dachte allerdings Cindy spreche mit den Mädels im Zimmer und hörte nur ein genervtes "NÃO" (Nein). Erst später erfuhr ich die ganze Marilyn-João Geschichte, die uns die ganzen drei Tage immer wieder zu Lachattacken verhalf, weil wir sie natürlich auch noch ungemein ausschmückten...Das ganze war übrigens ein Missverständnis, denn Marilyn, die noch nicht einmal so hieß, schlief in einem anderen Zimmer.

Das was wir von Lissabon gesehen haben, war übrigens überwiegend historisch und alt. Vieles wirkt heruntergekommen und viele super tolle Altbauten und Läden stehen leer. In jeder anderen Stadt würde man das wahrscheinlich eher abstoßend finden, aber in Lissabon fand ich das irgendwie total passend. Es hatte eine enorme Ausstrahlung und mir kam es immer so vor, als wenn die Zeit stehen geblieben wäre. Eine unheimliche interessante Atmosphäre herrschte dadurch.

Praça do Comércio



Am ersten Tag fuhren wir nach Estoril, von wo aus wir am Meer entlang nach Cascais liefen, was mir sehr gut gefallen hat. Kleiner, schöner Ort am Atlantik, der zu dieser Jahreszeit nicht mehr ganz so überlaufen war.


Cascais

Nachmittags waren wir in Belém, wo es viele von Lissabons Sehenswürdigkeiten gibt. Aber das wichtigste dort sind wahrscheinlich die Pasteis de Belém, die in der Antiga Confeitaria de Belém gebacken werden und zu tausenden über die Ladentheke gehen. 

Torre de Belém
Padrão dos Descobrimentos

Aussicht vom Padrão auf das Mosteiro dos Jerónimos

                                                                        

Hmmmm. Das war lecker :)
Wie ihr merkt, war der kulinarische Aspekt der Reise ein sehr wichtiger und so haben wir alles mitgenommen, was passte. Mehr Essensbilder werde ich hier jetzt aber nicht posten :)

Am nächsten Tag sind wir nach Sintra gefahren, wo es gleich drei Schlösser und Burgen zu besichtigen gibt. Wir haben uns aber, wie soll es auch anders sein, für das Märchenschloss Palacio da Pena entschieden.

  





Königin Cindy blickt auf ihr Reich


Da uns in der letzten Nacht eine ältere Dame von ihren enormen Künsten auf der "Schnarche" überzeugen wollte, waren wir am nächsten Tag nicht so fit und sind mehr oder weniger planlos durch die Stadt gelaufen. Wir sind noch mal mit einem Elevador (Aufzug) zu einer Burg hochgefahren, noch mal nach Belém zum Mosteiro gegangen und sind tatsächlich durch Zufall doch noch mit einer der kleinen, historischen Straßenbahnen gefahren, die allerdings nicht sehr vertrauenswürdig wirken.


Mosteiro dos Jerónimos

Ein eléctrico voll mit Touristen...
Das muss als Einblick reichen. Ich hoffe, ich konnte euch davon überzeugen, dass ihr jetzt auch alle nach Portugal müsst. 

Da die Gemeinschaftsbilder alle auf Cindys Kamera sind, werden die nachgereicht.

Zum Schluss möchte ich euch noch schnell auf das Schlusslicht der Tagesschau aufmerksam machen, dessen Thema ich ganz nett fand. Es geht um den schönen Laut Hä?, den ich als Überschrift für meine aktuelle Situation sehr passend finde :)

Eine schöne Woche euch Aus- und Inländern


PS. Ich muss die Tage unbedingt noch von Madrids Müllproblem berichten. Es stinkt zum Himmel!





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